Die Positionsgröße ist einer der am meisten unterschätzten Hebel im Position Trading. In meinem Position Trading ist die Positionsgröße nicht statisch. Sie verändert sich in der jeweiligen Marktphase.
Die Positionsgröße entscheidet über:
- Volatilität des Kontos
- psychologische Stabilität
- Drawdown-Tiefe
- Handlungsfähigkeit in Folgephasen
Generell im Trading geht es meiner Meinung nach nicht um maximale Ausnutzung des Setup-Potenzials, sondern um die kontrollierte Teilnahme an steigenden Preisbewegungen.
Meine Eselsbrücke: Marktphasen bestimmen Risiko!
Märkte bewegen sich typischerweise in drei Phasen:
- Trendphase
- Seitwärtsphase (Range)
- Übergangsphase
Jede Phase rechtfertigt eine andere Risikostruktur und damit eine andere Positionsgröße.
1. Positionsgröße im Trend
In klaren Trendphasen:
- Erwartung ist stabil
- Struktur ist nachvollziehbar
- Rückläufe (Pullbacks) sind definierbar
Hier kann die Positionsgröße moderat erhöht werden. Nicht aggressiv, sondern relativ zum Portfolio.
Mein Ansatz:
- Ich staffele den Positionsaufbau (statt Einmal-Einstieg)
- Ausbau bei Bestätigung
- Risiko bleibt kalkuliert
Position Trading nutzt Trends über Zeit.
Die Positionsgröße wächst mit der Bestätigung, nicht mit Hoffnung.
2. Positionsgröße in Seitwärtsphasen
In Range-Märkten gelten in der Regel folgende Zustände:
- Bewegungen überlappen
- Signale verlieren Aussagekraft
- Fehlsignale häufen sich
Hier sollte die Positionsgröße reduziert oder vollständig ausgesetzt werden.
Viele Trader verlieren Kapital, weil sie in strukturell neutralen Phasen zu groß handeln.
Im Position Trading gilt:
Kein klarer Kontext = kein Risiko!
Das ist übrigens meiner Meinung nach auf jeden Trading-Stil stringent zu übertragen.
3. Positionsgröße in Übergangsphasen
Übergänge sind besonders anspruchsvoll.
Typisch sind:
- Trendbrüche
- erhöhte Volatilität
- widersprüchliche Signale
In dieser Phase ist konservative Positionsgröße entscheidend.
Meine Zielsetzung:
- Kapital schützen
- optional reagieren
- nicht erzwingen
Dynamische Steuerung statt fixer Prozentregeln
Wenn du dich über Trading informierst, wirst du oft von fixen Prozentsätzen lesen. Viele Trading-Ansätze arbeiten mit fixen Regeln wie „1 % Risiko pro Trade“. Im Position Trading reicht das nicht aus.
Ich berücksichtige u.a.:
- Gleichzeitige Exponierung
- Sektor- oder Asset-Korrelation
- Gesamtmarktrisiko
- Kapitalgröße
Eine Position ist nie isoliert zu betrachten.
Last but not least: Der psychologische Faktor
Eine zu große Position erzeugt:
- frühzeitiges Schließen
- emotionale Entscheidungen
- Verlust von Objektivität
Eine angemessene Positionsgröße erlaubt:
- Geduld
- strukturiertes Halten
- rationale Anpassung
Die Fähigkeit, Trends laufen zu lassen, hängt direkt mit der Risikowahrnehmung zusammen.
Ich möchte mit meinen Positionen ruhig schlafen können. Nur so kann ich am Folgetag wieder klare Entscheidungen für mein Portfolio treffen.
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